Was ist ein Kiez ?



Kiez - Herkunft und Ableitung

slawisch:      Chyza (Kiez)        Ort, an dem die Fischer wohnen  
germanisch: Kytja   (Kietz)       kleine Hütte  

Foto: Privatarchiv



Mit dem Begriff Kiez wird in der heutigen Zeit ein traditioneller *), überschaubarer, kleiner Stadtbereich oder ein Ortsteil mit sozialem Bezugssystem bezeichnet.

*)   Auch deshalb finden dort jährliche Straßen-, Stadtteil- und Kiezfeste statt.



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Der Begriff Kiez resultiert vermutlich bereits aus dem 5. Jahrhundert. Er ist auf die wechselvolle Geschichte germanischer und slawischer Stämme, die damals auch auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands lebten, zurückzuführen.

Die Kieze waren in der Regel Siedlungen in Form einer gedrängten, kurzen Dorfzeile und entstanden zwischen dem 5. und 10. Jahrhundert.

Später entstanden auch Kieze in der Nähe von Burgen, wo sich auch das Dienstpersonal und Tagelöhner mit ansiedelten. In solchen Siedlungen war die Bebauungs- und Besiedlungsdichte dann besonders hoch. Man sprach diesbezüglich abwertend negativ von verarmten Außenrandsiedlungen.

Daher kommt es, dass der Kiezbegriff in verschiedenen Regionen eventuell auch anders inhaltlich interpretiert wird. Die genaue Interpretation des Kiezbegriffs in diesen Regionen, hängt von den speziellen Gegebenheiten der sich dort befindlichen Kieze ab.

Heute bezeichnet man in Berlin ein traditionelles und unabhängiges Stadtviertel als Kiez.  


Berliner Kieze

Historisch gesehen entstanden die ersten Berliner Kieze im Spreegebiet entlang der damaligen berliner Stadtmauer. Auf diesem ca. 130 Hektar großen Gebiet befand sich die "Doppelstadt" Berlin-Koelln, die zum Ende des Dreißigjährigen Krieges etwa 7.000 Einwohner zählte.

1920 wurden die Städte Berlin, Charlottenburg, Coelln, Koepenick, Schoeneberg, Wilmersdorf und Spandau mit ihren Kiezen eingemeindet. Daraus entstand das heutige "Groß-Berlin", wie es in der Urkunde bezeichnet wurde.

Die Kieze haben nach Ende des 2. Weltkrieges (Mai 1945) und bedingt durch die Berliner Mauer (von 1961 bis 1989) ihre eigene Identität entwickelt.

Besonders der Kreuzberger Kiez entwickelte sich zu einem "Multikulti-Kiez". Dort leben 160.000 Menschen aus hundert Nationen.

Durch den "Mauerfall" kam wieder Leben in die Berliner Kiez-Szene. Besonders im östlichen Berlin bekamen die Kieze dadurch ein völlig neues Erscheinungsbild. Aber auch die Kieze im westlichen Teil Berlins wurden davon erheblich beeinflusst.



Beusselkiez (Moabit)

Bötzowviertel (Prenzlauer Berg)

Chamissokiez (Kreuzberg)

Graefekiez (Kreuzberg)

Helmholtzkiez (Prenzlauer Berg)

Klausenerplatz-Kiez (Charlottenburg)

Kietz Köpenick (Altstadt Köpenick)

Kollwitzkiez (Prenzlauer Berg)

Kottbusser Tor (SO 36)

Nollendorf-Kiez (Schöneberg)

Pallas Kiez (Schöneberg)

Reuterkiez (Neukölln)

Rosenthaler Vorstadt (Mitte / Prenzlauer Berg)

Rote Insel (Schöneberg)

Samariterviertel in (Friedrichshain)

Scheunenviertel (Mitte)

Spandauer Vorstadt (Mitte)

Schillerkiez (Neukölln)

Sprengelkiez (Wedding)

Stephankiez (Moabit)

Stutti-Kiez (Charlottenburg)

Waidmannsluster Kiez (Reinickendorf)

Warthekiez (Neukölln)

Weitlingkiez (Lichtenberg)

Winskiez (Prenzlauer Berg)

Wrangelkiez (SO 36)